Drohne der DB fliegt vor alter Lokomotive © DB Fahrwegdienste GmbH; Illustration: Tartila - stock.adobe.com
Wissenszug

Fliegende Spezialeinheiten: Drohnen bei der Bahn

Bei der Bahn gibt es nur Züge? Von wegen! Die Bahn geht auch gerne in die Luft und schaut sich von oben aus der Vogelperspektive um. Möchtest du auch mal?

Fliegen mit beiden Beinen auf dem Boden?! 

Wenn du an die Bahn denkst, denkst du wahrscheinlich kein bisschen ans Fliegen, oder? Dabei gibt es bei der Deutschen Bahn Spezialeinheiten, die genau das den ganzen Tag lang tun. 

Sie fliegen die Schienen entlang, unter Brücken hindurch und über Bahnhöfe hinweg. Mehr als zehn solche Flüge schafft eines dieser Spezialteams am Tag und bis zu fünf Kilometer Flugstrecke. Allerdings sitzt das Team dabei selbst gar nicht in den Fluggeräten, sondern steuert sie mit einer Fernbedienung vom Boden aus. Geflogen wird nämlich mit kleinen Multicoptern, die nicht mehr wiegen als vierzehn Tafeln Schokolade.  

Eine kleine Drohne der Bahn schwebt vor mehreren alten Lokomotiven und einem Mitarbeiter
© DB Fahrwegdienste GmbH

So klein ist eine Bahn-Drohne. Um da mitfliegen zu können, bräuchtest du schon einen Schrumpfstrahler.

Schon gewusst?

  • Drohnen sind Fluggeräte, die ohne Mensch an Bord fliegen können. 
  • Auch männliche Bienen nennt man Drohnen. Von ihnen haben die Technik-Drohnen ihren Namen. 
  • Die Drohnen bei der Bahn sind Multicopter. Wie Hubschrauber fliegen sie mit Propellern, nur haben sie mehrere davon.  
  • Mit Spezialkameras können Drohnen Bilder machen, die kranke Bäume und bewohnte Vogelnester zeigen. Das ist wichtig für die Gleis- und Pflanzenpflege und den Artenschutz.  
  • Der (nicht) geheime Auftrag der DB Fahrwegdienste Drohnen folgt einer bedeutenden Mission: Sicherung und Instandhaltung der Schienenwege. 

Warum fliegen bei der Bahn Drohnen? 

Die Multicopter bei der Bahn sind klein, wendig, lassen sich sehr genau steuern und können sogar aus großer Höhe richtig scharfe Fotos und Videos machen. Das ist extrem praktisch. Denn aus dieser Vogelperspektive kann ohne großen Aufwand überall nach dem Rechten gesehen werden. Warum das wichtig ist? 

Zum Beispiel können mit den Drohnen-Fotos gefährliche Schäden an den Gleisen vermieden oder schnellstmöglich behoben werden. Dazu werten Computerprogramme die Drohnen-Bilder aus. Werden dabei beispielsweise Bäume entdeckt, die auf Schienen stürzen könnten oder den Zügen zu nahe kommen, kann die Bahn dort gezielt ein Team zum Baumfällen oder für den Pflanzenrückschnitt hinschicken. Auch nach Stürmen, Überschwemmungen oder anderen Katastrophen liefern die Drohnen schnell genaue Bilder von dem Zustand der Gleise. So kann ratzfatz alles für die Reparatur in die Wege geleitet werden. 

Kontrolle der Fahrwege: Bahngleise aus der Vogelperspektive
© DB Fahrwegdienste GmbH

So kann eine Drohnen-Luftaufnahme aussehen. Ist alles in Ordnung? 

Tierschutz: Wärmebild eines Vogelnests
© DB Fahrwegdienste GmbH

Oder auch so wie auf dem rechten Bild. Ist es nicht super, dass man das gut versteckte Vogelnest auf dem Drohnen-Bild so gut erkennen und dadurch bei den Bahn-Arbeiten Rücksicht auf die Vögel nehmen kann?

3D-Punktwolke einer Bahn-Drohne hilft beim Ermitteln von Baumhöhen und Abständen zu Gleisen.
© DB Fahrwegdienste GmbH

Das hier ist eine 3D-Punktwolke. Auch solche Bilder kann die Bahn über eine Drohne gewinnen und damit zum Beispiel Baumhöhen und Abstände von Bäumen zum Gleis ermitteln. 

Drohnen bei der Bahn können auch Höhenmodelle erstellen.
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Hier siehst du ein Höhenmodell, das mit Hilfe der Drohne erstellt wurde. Es zeigt, wie hoch die Pflanzen neben den Gleisen wachsen. Je dunkler die Farbe ist, umso höher sind die Bäume und Büsche. 

Bahn-Drohnen im Einsatz 

Drohnen liefern auch zur Kontrolle der Streckennetze und bei Bauprojekten der Bahn wichtige Bilder. Ist alles nach Plan umgesetzt? Fehlt noch etwas? Wie sieht es auf und unter den Eisenbahnbrücken aus? Sind irgendwo Ausbesserungen notwendig?  

Will die Bahn diese und andere Fragen ohne Hilfe aus der Luft beantworten, müssen extra Strecken gesperrt, manchmal sogar Gerüste gebaut und viel, viel Zeit und Geld investiert werden. Was für ein Aufwand! Schickt man dafür eine Drohne los, sind dank der Bilder und Messungen aus der Vogelperspektive alle Fragen im Handumdrehen beantwortet. Dank besonderer Genehmigungen kann der Zugbetrieb dabei ganz normal weiterlaufen. Cool, oder?  

Eine Abstellanlage aus Sicht einer Bahn-Drohne.
© DB Fahrwegdienste GmbH

Hier siehst du eine Abstellanlage. Das ist so etwas wie ein Parkplatz für Züge und Wagen. Mit der Drohne hat man aus der Luft auch hier den perfekten Überblick und kann überprüfen, ob alles in Ordnung ist oder da ist, wo es sein soll.

Wie funktioniert so ein Drohnen-Flug? 

Ein Drohnen-Flug ist eine ganz schön knifflige Angelegenheit. Deswegen dürfen bei der Bahn auch nur Fachleute die Multicopter fliegen, die extra für das Fliegen von Drohnen ausgebildet und dafür bei der Luftfahrtbehörde angemeldet sind. Bevor die dann einen Drohnen-Flug starten, wird der Flug ganz genau geplant. Dazu gehört es zum Beispiel, auf gute Wetterbedingungen zu achten, verschiedene Genehmigungen einzuholen und diejenigen zu informieren, die unterhalb der Flugbahn wohnen. Wenn dann alles geklärt und die Drohne startklar ist, kann sie für maximal 25 Minuten mit bis zu 50 km/h durch die Luft sausen. Je nach Einsatz kann sie dabei Farb-, Infrarot- und Wärmebilder knipsen oder auch Lasermessungen vornehmen. Aber Achtung! Damit die Drohne nicht mit Vögeln, Flugzeugen oder Oberleitungen zusammenstößt, darf sie während des Flugs nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen werden.  

Drohne in Einzelteilen
© DB Fahrwegdienste GmbH

Vor jedem Flug muss die Drohne zusammengebaut und vorbereitet werden.

Drohne wird zum Start auf dem Boden Platziert
© DB Fahrwegdienste GmbH

Jetzt geht es gleich in die Luft und dann heißt es: maximale Konzentration!

Film ab!

© Deutsche Bahn AG

Spannend, das mit den Drohnen, oder? Wenn du auf noch mehr überraschende Infos und coole Projekte Lust hast, schau doch mal, was du in der Bahnwelt noch alles entdecken kannst!