Ein Otter mit Bahnmütze und Stoppschild © adobe.stock.com/lightpoet; Illustration: adobe.stock.com/rawku5, adobe.stock.com/32 pixels
Umweltexpress

Achtung, Zugverkehr! Otter, bitte hier entlang

Spring auf in den Umweltexpress und erfahre, wie Fischotter sich ​durch eine komische Eigenart in Lebensgefahr bringen und mit welchen Aktionen den putzigen Dickköpfen geholfen wird!

Schon gewusst?

  • Fischotter sind vom Aussterben bedroht und müssen deswegen besonders geschützt werden. 
  • Die Haare von Fischottern greifen wie bei einem Reißverschluss ineinander. Dadurch entsteht ein pelziger Anzug, der Otter beim Schwimmen warm und trocken hält. 
  • Fischotter mögen es nicht, unter Brücken durchzuschwimmen
  • Es sind bisher 13 verschiedene Fischotter-Arten bekannt.
  • Der gefährlichste Feind des Fischotters ist der Mensch. 

Ein Herz für Otter 

Otter sind echt lustige und niedliche Tiere. Leider sind sie dazu sehr eigenwillig und bringen sich dadurch leicht in Gefahr. Denn sie wollen einfach nicht unter Brücken hindurchschwimmen. Stattdessen klettern sie vorher ans Ufer und überwinden das Hindernis auf dem Landweg. Was daran so schlimm ist? Na, dass über Brücken meist Straßen oder Schienen verlaufen und Fischotter keine Ahnung von Sicherheit im Straßen- oder Zugverkehr haben. Deswegen sorgt die Bahn bei Eisenbahnbrücken dafür, dass Otter auch unter der Brücke einen Landweg finden. 

Otter schwimmen nicht unter Eisenbahnbrücken durch.
© Deutsche Bahn AG / Georg Wagner

Kaum zu glauben: Unter so einer Brücke würde ein Otter nicht hindurchschwimmen.

ACHTUNG, FLACHWITZ:

Was haben Otter und Top-Models gemeinsam? Sie gehen über Laufstege!

Otter auf dem Laufsteg?

Die Idee mit dem eigenen Weg für Otter funktioniert tatsächlich. Man nennt solche Laufstege Otterberme. Berme ist ein Fachwort aus dem Straßen- und Wasserbau und steht für einen flachen Streifen oder einen Absatz an einer Böschung.

So ein Landweg wird mit dem Bau einer Otterberme extra für die niedlichen Tiere angelegt. 

Meist werden für eine Otterberme am Rand des Wassers große Steine aufgeschüttet. Das ist dann für den Otter so, als gäbe es unter der Brücke ein Ufer, auf dem er entlanglaufen kann. Es gibt aber auch schwimmende Otterberme, die wie Holzstege aussehen. Die braucht man, wenn der Wasserdurchfluss unter der Brücke nicht verkleinert werden darf oder wenn die Berme sich einem verändernden Wasserspiegel anpassen muss. 

Wo baut die Deutsche Bahn Otterberme? 

Hast du schon einmal einen Fischotter in freier Wildbahn gesehen? Wenn ja, hast du richtig Glück gehabt. Denn Fischotter sind sehr selten. Deswegen braucht auch nicht jede Eisenbahnbrücke eine Otterberme. Sie sind nur dort wichtig, wo Fischotter leben, zum Beispiel an der Nuthe. Das ist ein Nebenfluss der Havel in Brandenburg. Als dort eine Eisenbahnbrücke gebaut wurde, hat die Bahn zum Schutz der Otter einen Otter-Laufsteg unter der Brücke angelegt. Alle Otter, die hier auf unsere Eisenbahnbrücke treffen, kommen so vollkommen sicher auf die andere Seite.  

Lade dir hier ein Otter-Ausmalbild zum Ausdrucken herunter!

Warum sind der Bahn Fischotter so wichtig? 

Obwohl es den Fischotter schon seit fünf Millionen Jahren auf der Erde gibt, ist er heute vom Aussterben bedroht. Traurig, aber wahr: Dafür trägt vor allem der Mensch die Verantwortung. 

Erst wurden Otter viel gejagt, dann wurden die Lebensräume der Otter immer mehr bedroht und eingeschränkt. Die Bahn findet, dass man das nicht hinnehmen sollte. Sie will, dass es wieder mehr Fischotter gibt. Denn Artenvielfalt ist ihr wichtig. Deswegen baut die Deutsche Bahn die Schienenstrecken so, dass dabei Rücksicht auf die dort lebenden Tiere genommen wird wie zum Beispiel auf die Fischotter. 

Liegen dir Otter und andere Tiere auch so sehr am Herzen wie der Bahn? Dann entdecke im Umweltexpress jetzt noch viel mehr spannendes Wissen über die Tiere in der Bahnwelt und werde selbst aktiv!